Netzwerk - Antidiskriminierungsdaten (Equality Data)

Förderzeitraum: März 2022 - Februar 2025; Netzwerkkoordination: Dr. Anne-Kathrin Will und Dr. Linda Supik; Studentische Mitarbeit: Sara Sokočević

Um Rassismus und Diskriminierung in Deutschland als strukturelles Problem bekämpfen zu können, fehlen bisher geeignete statistische Daten. Die Erfassung von „Migrationshintergrund“ sagt wenig über das Diskriminierungsrisiko aus, andere Daten gibt es nicht in bevölkerungsrepräsentativen Umfragen. „Ethnische Daten“, oder Daten zu zugeschriebener „Rasse“ oder rassistischer Zuschreibung fehlen in Deutschland und anderen Ländern in Europa. Hier setzt unser Netzwerk an: In Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen möchten wir besser geeignete Datenerhebungskonzepte und -methoden vorschlagen und den Wissensstand zu Selbstauskünften über selbstwahrgenommene Fremdzuschreibungen verbreiten und weiterentwickeln.

Das divers zusammengesetzte Netzwerk versteht sich als parteilich und solidarisch mit migrantisierten Menschen, BIPOC und negativ von Rassismus betroffenen Communities in Deutschland, wie Menschen, die als Jüd:innen, Muslim:innen, Sint:izze oder Rom:nja wahrgenommen werden. Unsere Arbeit knüpft an Vorarbeiten von zivilgesellschaftlichen Organisationen an (Equality Data Initiative, neue deutsche organisationen, Neue deutsche Medienmacher:innen, Center for Intersectional Justice und natürlich Citizens for Europe) und leistet einen Beitrag, um Instrumente zur Analyse und Bekämpfung von strukturellem Rassismus zu verbessern.

Für die Datenerhebung zu strukturellem Rassismus und Diskriminierung ist ein partizipativer und kollaborativer Forschungsmodus obligatorisch, der den von zivilgesellschaftlichen Gleichstellungsdateninitiativen in Deutschland und Europa vorgeschlagenen forschungsethischen Standards folgt. Um diese Standards zu gewährleisten, wurden zivilgesellschaftliche Organisationen nationaler Minderheiten und andere NRO, die sich für Antirassismus, Gleichberechtigung und Nichtdiskriminierung einsetzen, zu diesem ersten Treffen eingeladen.

Das Forschungsnetzwerk Gleichstellung wurde mit einem zweitägigen hybriden Treffen mit 27 Teilnehmern am 24. und 25. März 2022 an der Humboldt-Universität zu Berlin gestartet. Ziel des Netzwerks ist es, Vorschläge für eine partizipative Bevölkerungsdatenerhebung nach selbstberichteter subjektiver ethno-kultureller Identität und selbstberichteter selbst wahrgenommener Rassifizierung zu erarbeiten, die für den deutschen Kontext geeignet sind. Die Arbeitssprache des Netzwerks ist Deutsch.

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