Vorbild Großbritannien? Unabhängige Kontrolle polizeilichen Fehlverhaltens im Kontext von Rassismus und extralegaler Gewaltausübung
Mit; Deborah Coles, Doris Liebscher, Biplab Basu, Tobias Singelnstein, Heike Kleffner, Bernd Kasparek
Die Londoner Polizei ist “institutionell rassistisch, misogyn und homophob.” Das Ergebnis des sogenannten Casey-Reports über das Ausmaß des Polizeiproblems in der britischen Hauptstadt sorgte im Frühjahr 2023 für Schlagzeilen. Doch welche Auswirkungen hat der Bericht für die polizeiliche Praxis? Wäre ein ähnlicher Bericht in Deutschland überhaupt denkbar und notwendig? Wie sieht die Realität der unabhängigen Kontrolle von polizeilichem Fehlverhalten und extralegaler Gewaltausübung in Großbritannien und Deutschland im Vergleich aus? Und welche Auswirkungen hat der Kulturkampf der Rechten auf polizeiliche Reformen und Praxen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Panels, das in Kooperation zwischen dem Labor Migration der Humboldt-Universität, dem VBRG e.V. und der Professur für Kriminologie und Strafrecht an der Goethe-Universität anlässlich des ersten Jahrestages des Todes von Kupa Ilunga Medard Mutombo am 14. September 2022 nach einem Polizeieinsatz in einem betreuten Wohnheim in Berlin-Spandau und von Mouhamed Lamine Dramé am 8. August 2022 in einer Jugendhilfeeinrichtung in Dortmund stattfindet.
Die Keynote kommt von Deborah Coles, der Geschäftsführerin von INQUEST, der 1981 gegründeten größten unabhängigen britischen Menschenrechtsorganisation, die Betroffene von rassistischer Polizeigewalt und Todesfällen in Gewahrsam vertritt. Es diskutieren Doris Liebscher, Juristin und seit 2020 Leiterin der Ombudsstelle für das Berliner Landesantidiskriminierungsgesetz bei der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, Biplab Basu, Mitbegründer der Beratungsstelle ReachOut in Berlin und der bundesweiten Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt und Tobias Singelnstein, Professor für Kriminologie und Strafrecht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er hat u.a. die Studie Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen (KviAPol) geleitet und ist Mitherausgeber des Sammelbands „Polizei und Rassismus“. Moderiert wird die Veranstaltung von Heike Kleffner und Bernd Kasparek.
Eine Präsenzveranstaltung der Humboldt-Universität zu Berlin, des VBRG e.V. und der Professur für Kriminologie und Strafrecht an der Goethe-Universität Frankfurt am Main im Rahmen der Open Lecture Reihe „Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Polizei und Justiz im Kontext von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt“ des VBRG e.V.
Institut für Europäische Ethnologie, Anton Wilhelm Amo-Straße 40/41 (formerly: M-Straße), 10117 Berlin, 4. Etage, Raum 408.
Wir bitten um Voranmeldung an info@verband-brg.de bis einschließlich zum 18.10.2023. Eine Simultanübersetzung in DE/EN wird angeboten.
Während der Veranstaltung werden Audio- und Fotoaufnahmen zu Zwecken der Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit durch die Veranstalter gemacht. Es wird ein Konzept zum Schutz Ihrer Privatsphäre angeboten.
Ausschlussklausel: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Die Veranstaltung wird gefördert vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen, und Jugend (BMFSFJ) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ Die Inhalte der Veranstaltung stellen keine Meinungsäußerung des BMFSJ oder der Integrationsbeauftragten dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Veranstaltenden und Speaker*innen die Verantwortung.
