Gibt es eine neue Fluchtbewegung?
Mit: Sophie Scheytt, Pauline Endres de Oliveira, Patrice Poutrus, Julia Manek, Ulrike Kluge, Bernd Kasparek
Die Fluchtmigrationen nach Europa waren auch in diesem Jahr eines der bestimmenden politischen Themen. Die erbitterten Auseinandersetzungen um die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) zeigen, dass Europa gespalten ist. Die Gräben verlaufen nicht nur in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, auch innerhalb der EU gibt es zunehmend Konflikte über den Umgang mit Migration. Die Skandalisierung von Migration ist dabei ein verlässlicher Mobilisierungsfaktor für autoritäre Formationen rechter Parteien und Bewegungen. Die Figur der Migrationskrise und zugleich die historisch falsche, aber permanent wiederholte Behandlung von Migration als Ausnahme bereitet den Boden dafür, Migration in einem Atemzug mit dem Projekt Europa zu skandalisieren. Im daraus resultierenden Diskurs scheint es keine Tabus mehr zu geben. Selbst aus der politischen Mitte werden Phantasien wie eine „Migrationspause“ beschworen, über die Abschaffung der Genfer Flüchtlingskonvention nachgedacht und die Wiedereinführung innereuropäischer Grenzkontrollen gefordert. Klar ist: Es geht längst nicht mehr nur um die Migrationsfrage, sondern um die Zukunft Europas.
Mit unseren Gästen wollen wir diesen Befund aus wissenschaftlicher, gesundheitspolitischer und zivilgesellschaftlicher Perspektive diskutieren und ausloten, was jetzt geschehen muss.
Die Diskussionsveranstaltung ist Teil der Reihe 10 Jahre Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung und wird von den Abteilungen Integration, Soziale Netzwerke und kulturelle Lebensformen sowie Migration, Psychische und körperliche Gesundheit und Gesundheitsförderung des Instituts organisiert.
Institut für Europäische Ethnologie, 4. Etage, Raum 408, Anton Wilhelm Amo-Straße 40/41 (formerly: M-Straße), 10117 Berlin
